Das virtuelle Tagebuch
, am 13. November 2009 in Photographie
Es ist nun mal so, jeder liebt plötzlich Fotoblogs. Profis und Amateure zeigen ihre Bilder im Web. Wer sein virtuelles Tagebuch pflegt, ist up to date. Dass längst die Speicherkarte den Film ersetzt hat, trägt einiges zur neuen Lust am Dokumentieren, am Fotografieren bei. Die Szene der Fotoblogger reicht von leidenschaftlichen Amateurfotografen über zeigefreudige Schüler bis zu Tierfreunden und bekannten Profis. Große Tageszeitungen leisten sich ebenso Fotoblogs wie Mode- und Lifestyle-Magazine.
David F. Gallagher, Autor und Fotoblogger der ersten Generation bezeichnet Fotoblogs als Websites für Leute, die es hassen zu lesen. Es wurde schnell ein Boom daraus, den man schwer statistisch in Zahlen fassen kann. Greifen wir auf die Fotoblog-Communitys zurück:
Fotolog, gegründet 2002, verzeichnet heute über 24 Mio. registrierte User, Flickr, ist bei über 35 Millionen Nutzern und mehr als 3 Milliarden hochgeladener Bilder (Stand März 2009) angelangt, ruhende und Mehrfachaccounts mitgerechnet.

Der Mitgründer von Fotolog, Adam Seifer, fing vor 6 Jahren an, seine Mahlzeiten zu fotografieren und online zu stellen und wurde als Kuriosum überall publiziert.
Flogs ist ein Fotoblogstil, bei dem der Sinn fürs Alltägliche und die Bereitschaft Persönliches zu zeigen sehr ausgeprägt.





Ob in Japan, Mexiko, Dubai oder Europa, Menschen zeigen, was es bei ihnen Leckeres zu essen gibt, was ihre Haustiere machen/können, wie ihr Hotelzimmer auf Reisen ausschaut und welche Schuhe sie besitzen -nach dem Prinzip “One picture a day” pflegen sie ihr virtuelles Tagebuch.
Die unterschiedlichsten Fotoblogs bieten Einblicke in alle möglichen Bereiche – bei Boston in diesem Fotoblog in XXL Format wirken die entsprechenden Bilder schon durch ihre Größe beeindruckend.
Adreine Huges (48) aus San Diego, Lehrerin für Fotografie, z. B. zeigt ihre künstlerische Fotografie. Zu Beginn war ihre Zielgruppe ihre Schüler, dann Fotografieinteressierte.
Fotografie braucht keine Sprache und schafft mit ihren Bildern so Einblicke in eine fremde Welt und Kultur.
Blogs sind nicht nur das passende Medium für die digitale Technik, sondern auch für unsere Ich-, oder besser Mein-Generation. Das “Mein” muss jetzt nichts mit Prahlen zu tun haben wie: meine Frau, mein Auto, mein Haus, sondern auch mein unaufgeräumter Schreibtisch, mein altes Fahrrad, mein misslungener Kuchen.
Etwas zeigen von sich selbst, von seinem Leben, das passt in unsere Zeit.
Bleib dran – demnächst wollen wir dir Street Photography, ein
transatlantischer Fotobattle zwischen zwei Profifotografen und Fotos von 3 Fotografinnen aus drei Städten (Kunst- und Bloggerszene)
oder ganz einfach Fabio Borquez vorstellen.
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