Interview mit einem …..

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Das erste Schulmassaker in Deutschland, dass ein Schüler verübte, war der Amoklauf von Erfurt am 26.02.02. Der 19-jährige Robert S. erschoss zwölf Lehrer, eine Sekretärin, zwei Schüler und einen Polizisten. Es folgten in den Jahren darauf weitere wie z. B. in Emsdetten und Winnenden.

Songwriter Ph!L

Eine Welle der Erschütterung und Anteilnahme für die Opfer ging durch die Bevölkerung. Ph!L ist ein 20 jähriger Rapper, der hauptsächlich gefühlvolle und sehr emotionale, tiefgründige Texte schreibt. Seine Musik wendet sich dem üblichen Gangstarap ab, seine Zielgruppe fängt bei jungen Kidz an und erstreckt sich bis hin zu erwachsenen und lebenserfahrenen Menschen. Seine Themen sind breit gefächert: Von Lovesong wie “Wir stehen es durch” oder “Hör auf dein Herz”, über gesellschaftliche, oft totgeschwiegene Themen wie “ER”, bis hin zu sozialkritischen Tracks wie “Diese Welt” oder das kürzlich erst spontan geschriebene Lied zum Amoklauf von Winnenden… Seine Texte spiegeln seinen gefühlvollen, kritischen und dennoch sensiblen Charakter wieder. Ein junger, aufstrebender Künstler, der sich von dem Rest abhebt und einfach nur er selbst ist….

Elena: Wie kamst du auf die Idee, das in einem Song wiederzugeben?

Phil: Also ehrlich, mir kam die Idee ganz plötzlich. Ich dachte, erst so „nein, das kommt bestimmt nicht gut an, ich will auch nicht dadurch irgendwie bekannt werden oder so“ weil es schon viele schlechte Songs darüber gibt bei youtube gibt. Aber dann bin ich in mich gegangen und musste einfach rauslassen, was ich zu diesem Thema denke. Denn allein die ganzen Politiker im TV mit ihren Ansichten haben mich echt aufgeregt und ich wollte bewusst beide Seiten zeigen, da man irgendwo, auch wenn es im ersten Moment absurd klingt, beide Seiten verstehen sollte. Und damit meine ich wirklich verstehen und nicht akzeptieren oder respektieren, nicht dass dadurch wieder ein Missverständnis aufkommt!

Elena: Du hast in deinem Lied auch die Gefühle des Attentäters aufgezeigt. Was denkst du ist der Grund dafür, dass unsere Gesellschaft eine große Mitschuld trägt?

Phil: Weil heute nur noch Status, Geld und Aussehen zählt. Leute, die vielleicht nicht sofort in das Bild eines anderen Menschen reinpassen, werden oftmals sofort ausgegrenzt. Wenn das dann bei mehreren der Fall ist, wird die betroffene Person immer einsamer, zieht sich zurück und bildet dadurch ein gefundenes Fressen für andere, die Spaß da dran haben, „Schwächere“ zu mobben und auszulachen. Im Grunde genommen ist JEDER Mensch fähig, eine Tat wie diese zu begehen. Aber es ist so, dass die meisten irgendwo immer noch einen Halt haben und über Amoklaufen nicht ernsthaft nachdenken. Doch wenn dann keine Freunde mehr da sind, die Eltern keine Liebe geben und dann die Medien ins Spiel kommen, wird es gefährlich. Denn die Medien sind nicht die Ursache, aber tragen auch ihren Teil dazu bei, jemanden in solch einem kranken Vorhaben zu bestärken.

Elena: Wie sollten wir alle nach deiner Meinung dazu beitragen, solche Verzweiflungstaten von Jugendlichen im Vorfeld schon zu verhindern?

Phil: Das ist schwer zu sagen, da dies leider fast unmöglich ist. Dafür müssten wirklich ALLE mithelfen und sich ändern, loyaler werden und mehr auf andere Menschen und deren Bedürfnisse bzw. Probleme eingehen. Ansonsten wird irgendwo immer wieder jemand sein, der so nah am Abgrund steht, dass er keinen Weg mehr aus all seiner Verzweiflung und seinem Hass weiß, und dann zu solch einer Tat fähig wird.

Elena: Das Landeskriminalamt Hessen möchte auf einem polizeilichen Kongress dein Video zeigen! Wie denkst du darüber?

Phil: Auf jeden Fall eine super coole Aktion. Anfangs hatte ich ja Bedenken, was die Leute davon halten, dass ich auch aus der Sicht des Täters rappe. Wenn man nur reinhört, könnte man das falsch verstehen und Gewaltverherrlichung oder was auch immer interpretieren. Aber ich war erstaunt, wie viele sich das Lied ganz angehört haben und auch verstanden, worum es geht. Und dass die Polizei dieses Video jetzt öffentlich zeigen will, obwohl da Schüsse vorkommen und nicht so schöne Wörter, macht mich echt stolz und zeigt, dass es auch noch Behörden gibt die die gleiche Meinung haben bzw. den Sinn verstehen.

Elena: Ich danke dir vielmals für dieses interessante Interview, da wir alle durch diesen Song das Vergessen vergessen.

Phil:Vielen Dank ebenso. Immer wieder gerne ;-) !
Euer Ph!L

phil

Ph!L – Amoklauf



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Ein Kommentar

  • Piotr am 02.12.2009 um 15:44 Uhr:

    Ich finde das Video bzw. dn text auch sehr nachdenklich. es ist wirklich traurig das wir menschen nicht MEHR zusammen halten.

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