Das rockt! Melody Gardot
, am 01. Mai 2010 in Music
Melody Joy Gardot ist eine US-amerikanische Jazz-Sängerin und Singer-Songwriterin. Ihre Mischung aus Jazz, Blues, Swing und Folk verzaubert eine immer größere Fangemeinde.
Melody Gardots Musik ist aus dem Schmerz eines schweren Unfalls geboren. Im November 2003, als 19-jährige, erlitt sie nach einem Verkehrsunfall schwere Kopf- und Beckenverletzungen.
“Ich stehe mit meinem Fahrrad an einer Kreuzung. Aus dem linken Augenwinkel sehe ich zwei grelle Scheinwerfer, die auf mich zukommen. Dann taucht dieser riesige Geländewagen auf, ein Jeep Grand Cherokee. Ich spüre den Aufprall, alles wirkt seltsam unwirklich. Plötzlich höre ich das lauteste Geräusch, das ich je vernommen habe: es ist mein eigenes Schreien.”

Durch den Unfall litt sie an Erinnerungslücken – ihr Kurzzeitgedächtnis war gestört. Daraufhin empfahlen ihr die Ärzte ein Musiktherapie zu machen, mit der Überzeugung es würde ihr kognitives Verhalten nach einem solchen Trauma deutlich verbessern würde. Gardot, die eigentlich Kunst studieren wollte, entdeckte schnell ihre Fähigkeiten als Komponistin und schrieb noch im Krankenhaus ihre ersten Songs und nahm ihre erste EP auf, die den ironischen Titel trägt: „Some Lessons : The Bedroom Sessions“.
Bald wurde ein lokaler Radiosender aus Philadelphia auf Gardot aufmerksam und somit nahm ihre Karriere ihren Lauf. Ihre Musik bekam immer mehr Zuhörer.

2008 erschien ihr erstes richtiges Album „Worrisome Heart“ und sorgte in der Fachpresse und der Jazzwelt für Begeisterungsstürme. Sie wurde dafür sogar für den Echo nominiert.
Im November 2009 erschien der heiß ersehnte Nachfolger „My One and Only Thrill“. Noch immer schwärmen Jazz-Experten von ihren provokativen, aber gleichzeitig vertraut wirkenden vokalen Qualitäten. Gardot wird als „cool, kultiviert, inspirierend, stilvoll, redegewandt und sexy“ beschrieben. Nur wenige Sängerinnen können Stimmungen und Gefühle so einfangen, wie Melody Gardot. Ihr sehnsüchtig-sanfter Blick bringt auch das kälteste Herz zum Schmelzen.

Mit den Folgen des Unfalls hat die 25-jährige immer noch zu kämpfen. Sie geht, zerbrechlich und langsam, wie eine alte Frau, an einem Gehstock und trägt stets dunkle Brille, auf die sie angewiesen ist, um sich vor zu starker Lichteinwirkung zu schützen.
Noch immer leidet sie wegen des Unfalls an Tinnitus, noch immer reagiert sie äußerst empfindlich auf Geräusche und Licht. “Die Auftritte kosten mich viel Kraft, aber gleichzeitig gibt es nichts, was mich so glücklich macht”, sagt sie. “Ich komme auf die Bühne, schließe meine Augen und lege einfach los.”
Wer sich von ihren stimmlichen und musikalischen Qualitäten überzeugen will, kann am 6.Mai in die Laeiszhalle nach Hamburg kommen. Dort wird sie ihr vorläufig einziges Deutschlandkonzert geben. Sie wird aber sicher bald wiederkommen, um ihr Publikum auf ein Neues verzaubern.





Abonniere unseren Feed
Folge uns bei Twitter



stimmgewaltig – beeindruckend.. ich hatte noch nichts von ihr gehört.
Traurige und doch beeindruckende Geschichte. Die Musik gefällt mir! “Never give up”