Get Well Soon – mit das Beste, was Deutschland musikalisch zur Zeit zu bieten hat
, am 06. Februar 2010 in Art
Get Well Soon ist das Musikprojekt des deutschen Konstantin Gropper. Seine Band kennt zwei Aggregatszustände – seine Platten entstehen in Eigenregie, auf der Bühne wird er jedoch von anderen Musikern unterstützt.
Der Wahlberliner studierte an der Mannheimer Popakademie und Philosophie in Heidelberg. An seinem Debütalbum Rest Now Weary Head You Will Get Well Soon arbeitete Gropper drei Jahre lang zu Hause an seinem Computer, da er sich kein Aufnahmestudio leisten konnte. Nach Veröffentlichung im Februar 2008 sorgte das Album in Fachkreise für Furore und bekam auch international durchweg gute Kritiken.
Nach diversen Filmsoundtracks (unter anderem für Palermo Shooting und Same Same But Different) und EPs erschien nun im Januar 2010 das heißersehnte Nachfolgealbum Vexations, worauf vor allem die philosophischen Themen auffallen. Das Label sagt es sei ein Konzeptalbum über Seneca und den Stoizismus. Konstantin Gropper allerdings beschreibt es anders: „Ich hatte diesen losen Themenkosmos, der immer noch um den Namen Get Well Soon kreist, die Suche nach Trost und Besserung und Ruhe. Da habe ich mir ein dankbares Thema ausgesucht, damit kann man sich ewig beschäftigen. Aber das ist eben auch das Thema schlechthin, glaube ich – außer, man schreibt nur noch Liebeslieder. Naja, und da ist mir dann Seneca eingefallen, zum Beispiel. Seine Schriften heißen Von der Seelenruhe, Vom glückseligen Leben, Vom Zorn – Dinge also, von denen das Album handelt.“

Gleich der zweite Song auf dem Album ist Seneca’s Silence, wo es um den Umgang mit den Dingen geht, die einen aufregen im Leben. „Es um Ängste, um Ärgernisse, Vexations, vielleicht auch um die Kürze des Lebens und den Tod, das würde ich bei Ängste einordnen. Und um konkrete Lebenshilfe. Die Lösung bei den Stoikern ist dann immer: nicht aufregen, alles ist unwichtig, man ist dann frei, wenn man alles, was man liebt und hat, auch jederzeit wieder weggeben könnte. Das finde ich faszinierend. Ich sage nicht, dass ich das so sehe, aber das hat mich beschäftigt.“, sagt Gropper.

Klanglich ist das Album wieder einmal einmalig. Instrumentierungen, die in der deutschen Musikszene ihresgleichen suchen und Groppers schwere düstere Stimme bilden tolle Einheiten auf der Platte, wobei die Stimme eine Art unverrückbare Konstante im Klangbild darstellt und dadurch seine vermeintliche Schwäche zur erklärten Stärke wird.
Bei diesem Album hat Gropper zum ersten Mal im Studio arbeiten können und seinen Computer durch echte Menschen ersetzen können, die auf der Platte folgende Instrumente spielen: Gitarre, Bass, Schlagzeug, Trompete, Akkordeon, Geige, Cello, Bratsche, Flügelhorn, Theremin, Marimbafon, Xylofon und Vibrafon – sofern der Multiinstrumentalist Gropper sie nicht selbst einspielt. Vor allem letztere sorgen dafür, dass die Songs trotz ihrer Schwere und Melancholie unerwartet fröhlich klingen. „Ich mag das gerne, wenn es ein bisschen paradox ist. A Burial At The Sea ist zum Beispiel ein sehr langsames und trauriges Lied. Um das zu brechen, nehme ich als Hauptinstrument Steeldrums, die ja komplett belegt sind mit Karibik und guter Laune.“
Wer diesen ungewöhnlichen, einmaligen und extrem versierten Künstler live sehen möchte, er tourt bald durch Europa.
23.02.: München – Ampere
25.02.: Dresden – Beatpol
26.02.: Köln – Gloria
27.02.: Rees-Haldern – Rock Im Saal
28.02.: Hannover – Glocksee Festival
02.03.: Frankfurt – Mousonturm
03.03.: Leipzip – Centraltheater
04.03.: Hamburg – Übel /Gefährlich
20.03.: Mannheim – Maimarktgelände
27.03.: Bremen – Lagerhaus
07.05.: Berlin – Volksbühne
Weitere Daten in ganz Europa auf
http://www.myspace.com/youwillgetwellsoon oder
http://www.youwillgetwellsoon.com/





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Wirklich genial; stark und ausgeglichen und nicht zu Tocotronic-muffelig wie andere deutsche Künstler.
Freut mich, wenn ich Dir ne gute “band” “vermitteln” konnte.
schöner beitrag kevin
danke.